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02.05.2009 - Alter: 1 Jahre

Projektgruppe "Barrierefreie Bahn" Tätigkeitsbericht 2008

Von: W. Joa

Tätigkeitsbericht 2008

vom 1.1. – 31.12.2008

Mitarbeiter der Projektgruppe „Barrierefreie Bahn“:

           

            Frau Heidi Dintel, Sprecherin

            Herr Uttmann von Elterlein

            Herr Arno Erlei

            Herr Herbert Sedlmeier

            Frau Petra Veronika Seidl, stellvertretende Sprecherin

            Frau Carola Walla

 

Sitzungen:

            21.1.08 in München, Blinden- und Sehbehindertenbund,
            Arnulfstraße

            28.2.08  in München, Blinden- und Sehbehindertenbund,
            Arnulfstraße

            17.6.08  in München, Blinden- und Sehbehindertenbund, 
            Arnulfstraße

            2.10.08  in München, Blinden- und Sehbehindertenbund,
            Arnulfstraße

           

 

Bericht

 

In Deutschland wird zukünftig nur mehr auf den Bahnhöfen der Kategorie 1 und 2

Bahnpersonal vorgehalten. Das hat zur Folge, dass der Mobilitätsservice (Ein- Aus- und Umsteigehilfe mittels Hublift) an anderen Bahnhöfen nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt geleistet wird.

Ende 2007 teilte uns die DB mit, dass der Mobilitätsservice umstrukturiert wird. Es sollte für ganz Bayern eine Ersatzlösung installiert werden.

Diese Ersatzlösung sah vor, dass eine Anmeldung der Bahnfahrt 1 – 3 Tage vorher zwingend vorgeschrieben wird. Außerdem wird die Zeit für den Mobilitätsdienst von 6.00 bis 22.00 Uhr begrenzt.

 

Das bedeutet, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkung keine Spontanfahrten mit der Bahn machen können. Sie können auch nicht zu den bahnüblichen Zeiten fahren.

 

Die angekündigte Umsetzung wurde seit Anfang 2008 immer wieder verschoben.

Neuester Stand ist, dass eine kleine Lösung, welche von der Bahn als Pilotprojekt deklariert wird, für Bereiche des Allgäus und Oberbayerns zum 1.Juni 2009 eingeführt werden soll.

Vom Bahnhof Kempten aus werden dann die Bahnhöfe Füssen, Oberstdorf, Lindau, Mindelheim, Memmingen, Kaufbeuren und Buchloe bedient,

vom Bahnhof Rosenheim werden die Bahnhöfe  Aschau, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassung, Garmisch-Partenkirchen, Murnau, Bad Endorf, Traunstein und Oberau erfasst.

 

Lt. DB  soll -falls sich dieses Pilotprojekt bewährt-, es auf ganz Bayern ausgedehnt werden.

 

Der Mobilitätsservice und die damit verbundenen Probleme bei der Neustrukturierung hat unsere Projektgruppe das ganze Jahr 2008 beschäftigt und wird darüber hinaus Thema sein.

 

In Zusammenhang mit oben beschriebener Problematik wurden zahlreiche Schreiben verfasst, Sitzungen und Besprechungen durchgeführt.

·     Schreiben an die ehemalige Wirtschaftsministerin Emilia Müller
und den jetzigen Wirtschaftsminister Martin Zeil,
an Herrn Klaus-Dieter Josel, den DB-Konzernbevollmächtigten für Süddeutschland,
an Eberhart Rotter, verkehrspolitischer Sprecher der CSU im bayer. Landtag.

·     Resolution an den damaligen Bahnchef Hartmut Mehdorn mit einem großen Verteiler u.a. auch an die Medien erstellt.

  • Verbindung zu Dr. Sieger, Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität in Mainz aufgenommen.
  • Zusammenarbeit mit dem Leiter der DB Station + Service in München.
  • Protestveranstaltung am Bahnhof Buchloe mit organisiert.
  • Medien über das Problem informiert.

 

  • Die VKIB Projektgruppe Bahn ist vertreten im Arbeitskreis für Barrierefreiheit  der Bayer. Eisenbahngesellschaft.

 

  • Begutachtung des neuen Fahrzeugs LINT der Bayer. Regiobahn in Lengries.

 

  • Erarbeitung eines Konzeptes und Schulung des Servicepersonals am Airport Munich über EU-Richtlinien zum Umgang mit Menschen mit Behinderung

 

  • Bearbeitung von Einzelanfragen aus den Kommunen.


Ausblick auf 2009:

 

Das Thema Mobilitätservice wird uns weiterhin beschäftigen.

Wir konnten dazu im neuen Jahr beim Bayer. Rundfunks eine Presseerklärung abgeben, die auf Bayern 5, Bayern 1 und Bayern 2 gesendet wurde.

 

Die Umsetzung des Mobilitätsservice und die Folgen daraus für Menschen mit Behinderung müssen wir sehr aufmerksam beobachten. Daten dazu müssen gesammelt werden.

Die Feststellung der VKIB bleibt bestehen, dass der Mobilitätsservice in seiner jetzigen Form einen Abbau bedeutet und keine Optimierung, wie von der DB in einer Presseerklärung behauptet wurde.

 

Protestschreiben als offenen Brief zum 5. Mai 2009 an Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, gegen die Presseerklärung der DB.

 

2009 ist ein Gespräch mit der „Arbeitsbegleitenden Gruppe“ der DB in Frankfurt geplant.

In 2010 ist ein Treffen von Behindertenvertretern aus Deutschland in München,

für 2011 ist ein Symposium in Berlin oder Frankfurt geplant.

 

Erarbeitung eines Leitfadens zum Bahnreisen für Menschen mit Behinderung, der auf den Internetseiten der VKIB eingestellt werden soll und mit der DB-Seite Bayern verlinkt werden soll.

 

Forderung von selbst bedienbaren, fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen am Wagenmaterial. Nur diese gewähren eine barrierefreie Nutzung (In der allgemein üblichen Weise, ohne fremde Hilfe).

Die Durchsetzung ist schwierig und wird uns noch Jahre beschäftigen.

 

Bei meinen Kolleginnen und Kollegen der Projektgruppe möchte ich mich ganz besonders für die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit bedanken.  Mit diesem Team zu arbeiten macht Freude.

 

Heidi Dintel

Sprecherin der

VKIB-Projektgruppe

„Barrierefreie Bahn“


 

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