Begehungen, Stellungnahmen und ihre Ergebnisse
Im Jahr 2009 wurde die Fachkompetenz der Behindertenbeauftragten sehr gut in Anspruch genommen, z.B. von Gemeinden, Architekten, Privatpersonen, Staatl. Bauamt usw.
Dies wird anhand der geleisteten 45 Ortsbegehungen deutlich. Zusätzlich verfasste Waltraud Joa 71 Stellungnahmen zu Bauvorhaben (z.B. Straßenbau, öffentliche Gebäude), welche eine öffentliche Förderung beantragten, um hier die Barrierefreiheit sicherzustellen. Hier handelt es sich nicht nur um schriftliche „Werke“, sondern um zeitintensive persönliche Beratung und Vor-Ort-Termine im gesamten Landkreis.
Ein schönes Beispiel von vielen für eine gelungene Zusammenarbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger ist die Neugestaltung des Städtischen Hallenbades Marktoberdorf.

Bildtext: Bürgermeister Werner Himmer, Richard Siegert, Bauamt,Stadtbaumeister Peter Münsch sind stolz auf ihren rollstuhlgerechten Umbau – und das mit recht.
Fachtagung für Architekten und Planer aus der Region
In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Architektenkammer lud Waltraud Joa im Frühjahr zu einer Fachtagung „Barrierefreies Bauen“ ein. Verschiedene Schwerpunkte, wie z.B. Änderungen in der Bayerischen Bauordnung und die praktische Umsetzung wurden diskutiert. Auch die Behindertenbeauftragten aus den Gemeinden waren dazu eingeladen
Aktionstag „Jugend und Menschen mit Behinderung“
Am 11. Juli 2009 fand in Marktoberdorf erneut der große Begegnungstag unter dem Motto „Spiel, Sport und Spaß“ statt. Dieser Aktionstag war wieder eine Gemeinschaftsproduktion des Kreisjugendrings, der Offenen Behindertenarbeit und der Behindertenbeauftragten des Landkreises Ostallgäu unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident von Schwaben, Jürgen Scheufele. Erfreulich war das große Interesse (ca. 4.000 Besucher), vor allem von Menschen mit Behinderung.

Bildtext: v. links Vorsitzender Kreisjugendring Georg Popp, Landrat Johann Fleschhut, Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und Waltraud Joa, Gebärdendolmetscherin Angelika Hommel.
Projekt „Allgäu/Tirol barrierefrei“
Wie dem neuen Projektnamen entnommen werden kann, hat sich die Ostallgäuer Idee ausgebreitet auf die Landkreise Oberallgäu, Unterallgäu, Westallgäu /Lindau und über die Landesgrenze hinaus die Region Außerfern, so dass ein Gesamtprojekt mit INTERREG-Förderung daraus wurde. Dies ist ein großer Erfolg für die Sache, bedingt aber auch, dass das „große Schiff“ nur schwer in Fahrt kommt.

Bildtext: Dr. Peter Neumann, Neumann Consult, Münster und Waltraud Joa
Dass der barrierefreie Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor weltweit geworden ist, davon konnten sich die über 200 Delegierten und Experten aus 40 Ländern und allen fünf Kontinenten während dem zweitägigen ENAT-Kongress „Trends und Perspektiven eines barrierefreien Tourismus“ vom 30.9. – 1.10.2009 im Kongresszentrum in Wien, Österreich überzeugen.
Als gutes Praxisbeispiel durfte sich das Projekt „Südliche Romantische Straße – Allgäu/Tirol barrierefrei“ aus Bayern erstmal einem internationalen Publikum präsentieren. Im touristischen Süden Bayerns konnten in den letzten Jahren beachtliche Anstrengungen im Bereich „Barrierefreiheit für Alle“ errungen werden. Die Botschafterin der Wirtschaftregion und Ostallgäuer Kreisrätin Waltraud Joa schilderte praxisnah, dass etwa 70 % der Europäischen Bürger mit Behinderung in der Lage wären zu vereisen, wenn es genügend barrierefreie Angebote in der Region geben würde.
Netzwerk Allgäu
Das Netzwerk, der Zusammenschluss der Behindertenbeauftragten, Behindertenbeiräte und Offene Behindertenarbeit im Allgäu, traf sich auch in diesem Jahr zu mehreren Sitzungen, um u.a. die Problematik einer Neuregelung der Fahrdienste für Menschen mit Behinderung zu besprechen. Gemeinsam wurde eine Stellungnahme dazu an den Bezirk Schwaben und alle Bezirksräte herangetragen. Von der Neuregelung ab 2010 sind alle im Allgäu negativ betroffen, da wir bisher eine wesentlich bessere Regelung in den Landkreisen und kreisfreien Städten hatten.
Weiterhin fand die gemeinsame Fachtagung zum Thema „UN-Behindertenrechtskonvention“ in diesem Jahr in Memmingen statt.

Bildtext: v.l.n.r. Referent Horst Frehe, Oberbürgermeister Dr. Holzinger, Vorsitzende des Behindertenbeirats Memmingen, Verena Gotzes, Behindertenbeauftragte der Stadt Memmingen, Heidi Dintel.
VKIB e.V.
(Vereinigung kommunaler Interessensvertreter für Menschen mit Behinderung in Bayern)
Als stv. Landesvorsitzende und Mitglied in den Fachbereichen Arbeit, barrierefreier Tourismus und Bauen nimmt unsere Behindertenbeauftragte auf neue Regelungen und Gesetze Einfluss, z.B. für eine einheitliche Regelung in Bayern im Bereich Straßenquerungen für Sehbehinderte und Blinde sowie für mobilitätseingeschränkte Menschen. Gerade für diese Menschen setzt sich die VKIB auf höchster Ebene ein, z.B. auch bei dem Thema „Bahn – nutzbar für alle“.
Damit die Behindertenbeauftragten fachlich gut informiert und geschult sind, fand eine 3tägige Tagung zum Thema „UN-Konvention - von der Krippe bis zur Arbeitswelt statt“, welche vor allem das Thema der Inklusion beinhaltete.
Die UN-Behindertenrechtskonvention und Inklusion wird uns alle die nächsten Jahre beschäftigen

Bildtext: UN-Botschafter Al-Taraweneh im Gespräch mit der Allgäuer Kreisrätin Waltraud Joa, im Hintergrund Klaus Barthel, Herzogsägmühle
Landesbehindertenrat
Waltraud Joa ist als Vertretung des Landkreistages in den Landesbehindertenrat bestellt.
Im Gremium wurden 2009 folgende Schwerpunkte behandelt:
• inklusive Bildung – zusammen mit Minister Dr. Ludwig Spänle
• Fachtagung zum Thema „Inklusion“ und Diskussion über die Umsetzung mit Mitgliedern des Bayer.Landtages
Rehacare Düsseldorf und die Baumesse in München
Um auf dem neuesten Stand der Technik, z.B. im Baubereich und Hilfsmittel für den Arbeitsplatz und Privatbereich zu sein, informiert sich Waltraud Joa auf den Fachmessen.